
Anwenderorientiertes stark verteiltes Requirements Engineeringfür evolutionäre Entwicklungsprozesse
Schwerpunkte und Ziele
Softwaresysteme werden zunehmend räumlich verteilt entwickelt und
eingesetzt. Spezifikation, Implementierung und Systemintegration sind
geprägt von einem hohen Kooperationsaufwand zwischen den beteiligten
Partnern. Das Verbundvorhaben SoftWiki hat das Ziel, die
Zusammenarbeit aller am Softwareentwicklungsprozess Beteiligten bei der
Anforderungsdefinition zu unterstützen. Eine Vielzahl räumlich
verteilter Stakeholder soll befähigt werden, Software-Anforderungen
zusammenzutragen, semantisch anzureichern, zu klassifizieren und zu
aggregieren.
Dazu wird ein flexibel erweiterbares semantisches Requirements-Modell
entwickelt, das auf aktuelle Semantik Web-Standards zur terminologischen
Wissensrepräsentation aufsetzt. Dieses Requirements-Modell bildet die
Basis für zu konstruierende Werkzeuge und Methoden, die die
Zusammenarbeit verschiedener Stakeholder effektiv unterstützen. Moderne,
interaktive Nutzungsschnittstellen (im Sinne des Web 2.0) ermöglichen
eine hohe Anwenderorientierung und intuitive Nutzung. Aktuelle
Entwicklungen im Bereich des Community Content Managments (Wikis,
Weblogs, Folksonomies) werden für das Requirements Engineering nutzbar
gemacht und mit bestehenden Lösungen der Projektpartner integriert.
Im Projekt werden insbesondere Verfahren, Methoden und Modelle zur
kollaborativen, strukturierten Erfassung und Klassifizierung von
Anforderungen in vernetzten, komplexen, multifunktionalen Systemen
untersucht und entwickelt. Hierbei kommen auch automatisierte
Klassifikations- und Konsistenzsicherungsmethoden zum Einsatz. Mit einem
Gesamtkonzept für anwenderorientiertes, stark verteiltes Requirements
Engineering für evolutionäre Entwicklungsprozesse wird das Projekt einen
wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Softwaretechnik in Deutschland,
insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, leisten.
Projektpartner
Das Forschungsvorhaben SoftWiki ist dem Themenfeld V "Requirements Engineering" der Ausschreibung "Software Engineering 2006" des BMBF zugeordnet. Das Projekt wird von den Arbeitsgruppen Interaktive Systeme und Interaktionsdesign und Software Systems Engineering der Universität Duisburg-Essen in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Betriebliche Informationssysteme der Universität Leipzig durchgeführt. Industriepartner sind ISA Informationssysteme GmbH, QASystems GmbH, PRO DV Software AG, Lecos GmbH und T-Systems Multimedia Solutions GmbH.


