CONTICI
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des Forschungsverbunds „Kontextadaptive Interaktion in kooperativen Wissensprozessen“ (Contici) bekannt gegeben. Der Forschungsverbund wird von der Universität Siegen angeführt (Prof. Dr. V. Wulf, Prof. Dr. V. Pipek). Daneben sind die RWTH Aachen (Prof. Dr. M. Jarke, Dr. R. Klamma), Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr. J. Ziegler) und die FernUniversität Hagen (Prof. Dr. J. Haake; Prof. Dr. S. Lukosch) beteiligt.
Mit diesem Vorhaben fördert die DFG zum ersten Mal einen größeren Informatikverbund an der Schnittstelle der Forschungsfelder Human Computer Interaction (HCI, deutsch: Mensch-Computer-Interaktion) und Computer Supported Cooperative Work (CSCW, deutsch: Computergestützte Gruppenarbeit). Vor dem Hintergrund der zunehmenden Integration von Computerartefakten in Arbeitspraxis und Lebensalltag ihrer Nutzer kommt diesen Forschungsfeldern eine besondere Rolle zu.
Ausgangslage dieses Projektes ist die Tatsache, dass heutzutage in Unternehmen häufig an komplexen Problemen gearbeitet wird, zu denen es keine strukturiert vorgegebene Lösungen oder Lösungswege gibt. Solche Unternehmensprozesse sind typischerweise wissensintensiv, situiert und bieten erhebliches Potential von Computern intensiv unterstützt zu werden. Computeranwendungen sind aber bisher nicht flexibel genug gestaltet, um der großen Spannbreite und Dynamik der Anforderungen gerecht zu werden. Dort setzt das Forschungsvorhaben an und sucht noch Möglichkeiten wissensintensive Arbeitspraktiken durch hochflexible Computersysteme zu unterstützen.
Ziel des Projektes CONTICI
Ziel des Forschungsprojektes ist es Kontexte wissensintensiver, kollaborativer Arbeit beispielhaft zu analysieren und Aspekte zu identifizieren, die durch situationsabhängige System-Anpassung besonders effektiv unterstützt werden können. Dazu wird zunächst erforscht, wie der Nutzungskontext in Informationssystemen modelliert und dargestellt werden und mit welchen Methoden das Kontextmanagement dies unterstützt werden kann. Des weiteren werden automatische und manuelle Adaptionsverfahren untersucht, die eine kontextspezifischen Flexibilisierung von Computeranwendungen erlauben. Für die automatische Adaption sind vor allem die notwendigen Algorithmen (für Computer verständliche Handlungsvorschriften) zu entwickelt. Bezüglich der manuellen Adaption liegt der Forschungsfokus auf Techniken, die Anpassungen für Benutzer nachvollziehbar und kontrollierbar machen.


